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Samsung Galaxy S20 Ultra im Test – 108 MP-Kamera reines Marketing oder Mehrwert?

Vor gut vier Wochen hat der südkoreanische Hersteller Samsung das neue Galaxy S20-Lineup präsentiert. Nicht zwei, sondern gleich drei Galaxy S20-Smartphones sind es geworden: Das “kleine” Galaxy S20, das “mittlere” Galaxy S20+ und das neue Topmodell Galaxy S20 Ultra. Letzteres hat mich während knapp zwei Wochen zusammen mit den Galaxy Buds+ im Alltag begleitet.

Das Datenblatt vom Samsung Galaxy S20 Ultra ist gespickt mit Superlativen. Kompromisse kennt der südkoreanische Hersteller für sein unangefochtenes Topmodell jedenfalls nicht. Ein kleiner Exkurs auf das Datenblatt verdeutlicht dies eindrücklich: 6,9 Zoll WQHD+-Display mit 120 Hz Bildwiederholfrequenz, bis zu 16(!) GB RAM, bis zu 512 GB Speicher, 5G-Support und 5000 mAh Akku.

Wahnsinn was da der südkoreanische Hersteller in das Galaxy S20 Ultra gepackt hat. Und in dieser Aufzählung habe ich noch nicht einmal die neue Monster-Kamera mit 108 Megapixel-Auflösung und dem 100-fachen Space-Zoom erwähnt. Es stellt das eigentliche Highlight des neuen Flaggschiff-Smartphones von Samsung dar.

Doch kann das Samsung Galaxy S20 Ultra auch den hohen Erwartungen standhalten? Tja, genau dieser Frage gehe ich auf den nächsten Zeilen auf den Grund. Keine Lust den kompletten Text durchzulesen? Kleiner Tipp: Am Ende gibt es eine übersichtliche Darstellung der Stärken und Schwächen sowie ein Schlussfazit zum Galaxy S20 Ultra.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Zurückhaltendes Design mit einer unübersehbaren Kamera

Damit wir gleich klar stellen: Das Galaxy S20 Ultra ist definitiv die falsche Wahl für dich, wenn du auf ein leichtes und handliches Smartphone stehst. Von dem ist das neue Topmodell von Samsung nämlich ziemlich weit entfernt. Verständlich, schliesslich verfügt das Galaxy S20 Ultra ein 6,9 Zoll Display und das benötigt nun mal etwas mehr Platz.

Hinzu kommt der mit 5000 mAh grosszügig bemessene Akku, der folgerichtig etwas mehr Gewicht auf die Waage bringt. Letztendlich bringt es das Samsung Galaxy S20 Ultra mit allem Drum und Dran auf ein Gewicht von 220 Gramm. Die Abmessungen betragen 76,0 x 166,9 x 8,8 mm. Kein Leichtgewicht und ziemlich gross. Vielleicht sogar zu schwer und zu gross?

Nun, das hohe Gewicht hat mich grundsätzlich nicht gestört und auch in die Hosentasche passt es mit diesen Abmessungen noch ganz gut – sofern man keine allzu enge Jeans und Hosen trägt. Allerdings ist das Gewicht etwas kopflastig. Will heissen: Das Kamera-Modul bringt ein relativ hohes Gewicht mit und das Gerät tendiert nach vorne zu kippen.

Apropos Kamera-Modul: Die Kamerasensoren ragen gut sicht- und spürbar um ein paar Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Dadurch liegt es nicht plan auf einer Fläche. Dieser Umstand lässt sich mit einer passenden Schutzhülle relativ einfach korrigieren. Mit und ohne Schutzhülle liegt das Galaxy S20 Ultra dank der seitlich gekrümmten Rückseite sehr gut in der Hand.

Die Vorderseite nimmt das herausragende 6,9 Zoll Display fast komplett in Beschlag, was in einer Screen-to-Body-Ratio von nahezu 91 Prozent resultiert. Die Selfie-Kamera mit 40 Megapixeln befindet sich schön mittig in der sogenannten Punch-Hole. Oben und unten ist nur noch ein dünner schwarzer Rand zu sehen. Erfreulich: Geschützt wird das Display ab Werk mit einer Schutzfolie.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Samsung verzichtet beim Galaxy S20 Ultra fast komplett auf ein sogenanntes Waterfall- bzw. Edge-Display. Das hat mich ziemlich überrascht, schliesslich war Samsung vor Jahren quasi der Pionier der seitlich gekrümmten Displays. Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Ich vermisse die gekrümmten Displays keineswegs – im Gegenteil, ich finde das Galaxy S20 Ultra lässt sich ohne besser bedienen.

Der Metallrahmen ist in Silber gehalten, fühlt sich sehr hochwertig an und ist besonders an den Seiten links und rechts sehr schmal. Dort wo die Tasten sind, ist der Rahmen etwas verbreitert. An der linken Seite ist diesmal keine Taste zu finden. Die Lautstärke-Wippe und der Power-Button sind auf die rechte Seite gewandert. Die Tasten weisen einen perfekten Druckpunkt auf.

Der SIM-Slot befindet sich an der Oberseite und beherbergt entweder zwei nanoSIM-Karten oder eine nanoSIM-+ microSD-Karte. Dank eSIM-Unterstützung kann das Galaxy S20 Ultra auch mit zwei SIM- und einer microSD-Karte genutzt werden. An der Unterseite finden wir neben einem Mikrofon, den USB-C-Anschluss und der Lautsprecher vor. Vom klassischen 3,5 mm Klinkenanschluss hat sich Samsung bereits im letzten Jahr endgültig verabschiedet.

Was die Wertigkeit des Galaxy S20 Ultra anbelangt, macht Samsung alles richtig. Das neue Flaggschiff-Smartphone von Samsung fühlt sich extrem hochwertig an und liegt, wie bereits erwähnt, extrem gut in der Hand. Rutschig ist es aber trotzdem und auch Fingerabdrücke sind auf der Rückseite sehr schnell zu sehen – Glas halt. Keine Sorgen muss man sich bezüglich Wasser und Staub machen. Das Galaxy S20 Ultra ist gegen beides dank IP68-Zertifizierung bestens gewappnet.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Display: Da bleibt dir die Spucke weg!

Dem Galaxy S20 Ultra verpasst Samsung ein AMOLED-Display mit einer Diagonale von stolzen 6,9 Zoll und einer Auflösung von 3200 x 1440 Pixel (WQHD+). Damit kommen wir auf eine Pixeldichte von knackscharfen 510 PPI (Pixel per Inch). Ob darauf einzelne Pixel zu sehen sind? Nein, unmöglich mit dieser hohen Pixeldichte.

Das eigentliche Highlight ist aber nicht etwa die Bilddiagonale oder die Auflösung, sondern die Bildwiederholrate. Erstmals verbaut Samsung ein schnelles Display mit 120 Hertz und sorgt so für eine butterweiche Darstellung der Inhalte. Mit dem 120 Hz-Display, welches übrigens auch im Galaxy S20 und Galaxy S20+ steckt, übertrumpft man das OnePlus 7T Pro oder Google Pixel 4 (XL) – beide 90 Hz.

Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung gab es jedoch einen kleinen Haken mit den 120 Hz: Die schnelle Bildwiederholrate konnte maximal mit FHD+-Auflösung verwendet werden. Wer die volle Auflösung, also WQHD+, und die 120 Hz nutzen möchte, schaute in die Röhre. Möglicherweise wenn du diese Zeilen liest, hat Samsung mit einem Update in diesem Punkt nachgebessert.

Ich persönlich habe das Galaxy S20 Ultra während meiner Testzeit mit 120 Hz und FHD+-Auflösung genutzt. Mir war die schnellere Bildwiederholrate wichtiger, als die meiner Meinung kaum sichtbar höhere Auflösung. Die höhere Bildwiederholrate ist definitiv sichtbar. Vor allem dann, wenn man ein anderes Gerät mit 60 Hz parallel nutzt. Ja, man will danach nicht mehr wirklich zurück auf ein Smartphone ohne 120 Hz.

Ansonsten überzeugt das AMOLED-Display mit starken Kontrasten, nahezu perfekter Blickwinkelstabilität und intensiven Farben. Die Helligkeit ist wie von Samsung gewohnt auf einem sehr hohen Niveau und lässt das Samsung-Smartphone problemlos im freien und gar mit direkter Sonneneinstrahlung nutzen. Voraussetzung dafür ist die automatische Helligkeitsregelung.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Kamera: 108 Megapixel und 100-facher Space-Zoom

Vier Sensoren bringt Samsung im unübersehbaren Kameramodul unter. Angeführt vom riesigen 108 Megapixel-Sensor mit einer Grösse von 1/1.33″, der eigens für das Galaxy S20 Ultra entwickelt wurde. Hinzu kommt eine Ultra-Weitwinkelkamera mit 12 Megapixeln, eine Periskop-Kamera (Tele) mit 48 Megapixeln und ein Tiefensensor. Die Selfie-Kamera löst mit 40 Megapixeln auf.

Das liest sich beeindruckend, sind es aber auch die Aufnahmen? Die Antwort lautet: Ja und nein. Ein Nein gibt es in Bezug auf den 100-fachen Space Zoom, der sogar prominent beim Kameramodul aufgedruckt ist. Der Space-Zoom ist eine Kombination aus verlustfreiem optischen Hybrid-Zoom und KI-basiertem zehnfachen Digital-Zoom.

In der Praxis sind die Aufnahmen mit 100-fach Zoom kaum bis gar nicht zu gebrauchen. Sie sind sehr matschig. Beispielsweise Menschen sind auf diese Distanz gar nicht mehr wieder zu erkennen und zu stark weichgezeichnet. Gut gelöst ist dafür der “Sucher”, der ab einem 30-fach Zoom oben links angezeigt wird und als willkommene Orientierung dient. Im Endeffekt: Der Space Zoom 100x ist eine Spielerei, mehr nicht.

Das bedeutet aber nicht, dass das Samsung Galaxy S20 Ultra gar keine Zoom-Qualitäten vorweisen kann – im Gegenteil. Die Periskop-Kamera liefert einen optischen 4-fach Zoom (Samsung spricht von 10-fach Hybrid-Zoom, gibt keine Details zum optischen Zoom bekannt) und einer hervorragenden Qualität. Sogar der 10-fach Hybrid-Zoom kann sich sehen lassen und liefert absolut brauchbare Aufnahmen.

Bieten 108 MP einen Mehrwert?

Und wie sieht es mit dem 108 Megapixel-Sensor aus? Ist auch dieser nur reines Marketing? Nein, ist er nicht. Der Hauptsensor liefert in der Regel ausgezeichnete Aufnahmen in jeder Situation. Will heissen, sowohl bei optimalen als auch bei schlechten Lichtverhältnissen kann die 108 Megapixel-Kamera mit scharfen und detailreichen Aufnahmen überzeugen.

Im Vergleich zu anderen Smartphones, wie beispielsweise dem Huawei P30 Pro, ist mir die sehr gute Tiefenunschärfe (auch ohne Live-Focus-Modus) aufgefallen. Dies dürfte vor allem dem ToF-Sensor zu verdanken sein. Die Farben fallen bei Samsung generell etwas “knalliger” bzw. übersättigt als bei anderen Herstellern aus. In Zeiten von Instagram & Co. werden solche Fotos offensichtlich stark bevorzugt.

Samsung Galaxy S20 Ultra
Ja, wenn gewünscht lassen sich Fotos auch mit 108 MP aufnehmen.

Standardmässig nimmt der Hauptsensor Fotos mit einer Auflösung von 12 MP auf. Auf Wunsch kann man Aufnahmen mit 108 Megapixeln bzw. einer Auflösung von 12000 x 9000(!) Pixels machen. Diese Fotos weisen eine Dateigrösse um die 30 Megabytes(!) auf. Normalerweise kommt die sogenannte Pixel-Binning-Technologie zum Einsatz. Bei Samsung werden insgesamt 9 Pixel in ein grosses Pixel zusammengefasst, womit Aufnahmen mit 12 MP entstehen. Diese Technologie ergibt unter anderem Vorteile bei unvorteilhaften Lichtverhältnissen.

Im direkten Vergleich kann ich auf dem Smartphone-Display keine grossen Unterschiede zwischen einer 108 MP und 12 MP (Pixel-Binning) Aufnahme feststellen. Das ändert sich, wenn man sich die Aufnahmen auf einem grossen Bildschirm oder gar TV anschaut. Die 108 MP-Aufnahmen weisen wenig überraschend mehr Details auf. Allerdings sind die hochauflösenden Aufnahmen nur bei guten Lichtverhältnissen zu gebrauchen.

Wenn wir schon bei Lichtverhältnissen sind, könntest du dir jetzt die Frage stellen, ob sich Samsung hinsichtlich Nachtmodus weiterentwickelt hat. In diesem Punkt hinkte Samsung in den letzten Jahren jeweils hinter Apple, Google und Huawei her. In diesem Jahr sind auf jeden Fall deutlich sichtbare Verbesserungen wahrzunehmen. Die im Nachtmodus geschossene Aufnahmen weisen wenig Rauschen und eine recht guten Bildschärfe auf.

Hin und wieder bekundete das Galaxy S20 Ultra leichte Probleme bei der Fokussierung – egal ob bei Tag oder Nacht. Aus welchem Grund auch immer, wollte der Phasenvergleichs-Autofokus (PDAF) nicht immer so, wie ich mir das gewünscht hätte. Ich vermute dahinter steckt ein Software-Problem, womit mein Problem sehr wahrscheinlich schon bald gelöst wird.

Samsung Galaxy S20 Ultra
8K-Videos sind ebenfalls möglich, jedoch limitiert auf maximal 24 fps.

Super-Steady-Modus und 8K-Videos

Dann hätten wir die Kamera durch – oder doch nicht ganz? Nein, wir haben noch den Videomodus. Der kann mit zwei interessanten Funktionen auftrumpften. Da hätten wir mal den sogenannten Super-Steady-Modus, den ich bestens von den Oppo-Smartphones kenne, und andererseits die Möglichkeit 8K-Videos aufzunehmen.

Dank Super Steady und seiner Anti-Roll-Stabilisierung und der KI-Bewegungsanalyse sollen selbst die holprigsten Videos aussehen, als wären sie mit einem Gimbal gedreht worden. Das klappt in der Praxis erstaunlich gut. Die grössten Wackler werden effizient aus den Videos verbannt, wie auch das folgende Demo-Video von mir eindrücklich bestätigt. Super Steady-Videos können aktuell maximal mit FHD-Auflösung aufgenommen werden.

Das Samsung Galaxy S20 Ultra kann 8K-Videos (maximal nur 24 fps) aufnehmen, was in einer Auflösung von 7680 × 4320 Pixel resultiert. Die 8K-Videos sehen vermutlich auch ganz gut auf einem TV aus, sofern man einen mit 8K-Unterstützung hat. Und genau das hat momentan wohl praktisch niemand zuhause herumstehen. Da ich keinen 8K-Videos habe, kann ich nicht wirklich etwas über deren Qualität sagen.

Und last but not least ein paar Worte zum Single Take Mode. Dieser Modus hat einen prominenten Platz innerhalb der Kamera-App von Samsung erhalten. Unter diesem Modus macht die Kamera automatisch Fotos, Videos und sogar GIF’s mit verschiedenen Filtern. Kann unter Umständen eine ganz witzige Sache werden.

Ein paar Beispielfotos inkl. Super Steady Video sind in dieser Galerie bei Google Fotos zu finden.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Hardware und Ausstattung: Hervorragende Leistung mit einem kleinen Makel

Das Galaxy S20 Ultra lässt bei der Hardware kaum Wünsche übrig. Als Antrieb fungiert in Europa der hauseigene Exynos 990-Octa-Core-SoC mit einer Taktrate von bis zu 2,73 GHz und der Mali-G77 MP11 GPU. In der Schweiz kann das Galaxy S20 Ultra mit 12 GB RAM und 128 GB Speicher oder 16 GB RAM und 512 GB Speicher gekauft werden. Mehr ist momentan schlichtweg nicht möglich.

Die Ausstattung kann sich sehen lassen, hat aber einen kleinen Makel. In den USA setzt Samsung den etwas stärkeren und vor allem energieeffizienteren Qualcomm Snapdragon 865 ein. Diesen SoC hätte ich aufgrund der spürbar besseren Akkulaufzeiten (mehr dazu unter “Akku”) auch im Galaxy S20 Ultra für Europa sehr gerne gesehen.

Das bedeutet aber nicht, dass das Samsung Galaxy S20 Ultra nicht genügend Leistung an den Tag bringt. Überhaupt nicht. Der Exynos 990 ist ein sehr schneller Prozessor (AnTuTu-Benchmark um die 500.000 Punkte), der Arbeitsspeicher riesengross und der UFS 3.0-Speicher rasend schnell. Apps starten unverzüglich und ohne Verzögerungen. Games, ja auch grafikintensive, stellen das Galaxy S20 Ultra vor keine Probleme. Alle Games spielt das Galaxy S20 Ultra ohne Probleme ab – mit hohen Grafikdetails, versteht sich.

Das Samsung Galaxy S20 Ultra unterstützt natürlich den 5G-Standard und auch LTE Cat. 20. Bedeutet: Theoretisch sind bis zu 2 Gbit/s im Down- bzw. 150 Mbit/s über das 4G-Netz möglich. Bei der Empfangsleistung konnte ich keine nennenswerte Nachteile zu anderen Smartphones feststellen. Kurz: Die Empfangsleistung war auf einem tadellosen Niveau. Weiterhin ist Wi-Fi 6, Bluetooth 5.0, NFC und USB C 3.2 mit an Bord. Was die Konnektivität anbelangt, ist man mit dem Galaxy S20 Ultra also bestens bedient.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Software: Android 10 mit One UI 2.1

Samsung liefert das neue Flaggschiff-Smartphone ab Werk mit Android 10 und der eigenen Oberfläche in der Version 2.1 aus. Der Android-Sicherheitspatch stammt von März 2020 und war zum Zeitpunkt der Artikelerstellung somit top-aktuell. Generell lässt sich festhalten, dass Samsung seine Smartphones (natürlich vor allem die Flaggschiffe) extrem schnell mit den Sicherheitspatches versorgt.

Bereits mit der ersten Version hat Samsung einen tollen Job abgeliefert und eine aufgeräumte Oberfläche vorgestellt. Sie lässt sich dank der klugen Anordnung der Bedienelemente (jeweils im unteren Drittel) auch ganz gut mit dem Daumen bedienen. Dieses Bedienkonzept hat Samsung weiter verfeinert und deren Erkenntnisse in die neue Version einfliessen lassen.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Doch nicht nur das Bedienkonzept von One UI kann überzeugen, auch die zusätzlichen Funktionen wie der neue Quick-Share-Schnellzugriff hat mir sehr gut gefallen. Damit lassen sich je nach Bedarf parallel in kleinen Fenstern mehrere Apps darstellen. Schau ich mir beispielsweise ein Video bei Netflix an, kann ich über dieses Mini-Fenster kurz die WhatsApp-Nachrichten überprüfen und sogar antworten.

Interessante Dinge wie der Desktop-Modus DeX sind natürlich auch in der aktuellen Version enthalten. Mit einem passenden Adapter kann man so das eigene Smartphone als Desktop-Ersatz (mit kleineren Einschränkungen) nutzen. Natürlich lassen sich eine Bluetooth-Tastatur und -Maus je nach Bedarf mit dem Smartphone koppeln.

Ja, alles in allem hat Samsung in den letzten Jahren grosse Fortschritte bei der Oberfläche gemacht. Ich kann mich noch gut an die Zeiten von TouchWiz & Co. erinnern, wo man oftmals weit von Übersichtlich entfernt war.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Akku: 5000 mAh reichen nicht aus

Das Samsung Galaxy S20 Ultra hat einen 5000 mAh Akku verbaut, der sich mit dem passenden Netzteil in knapp einer Stunde von 0 auf 100 Prozent aufladen lässt. Das ist flott – sehr flott sogar. Nur: Samsung legt leider nur ein 25-Watt-Netzteil dazu. Wer die volle Lade-Geschwindigkeit nutzen möchte, muss sich das Netzteil optional dazu kaufen. Schade. Mit dem mitgelieferten Netzteil verlängert sich die Ladezeit um ca. 30 Minuten bis voll. Also ca. 1,5 Stunden. Alternativ lässt sich der Akku drahtlos via Wireless-Charging mit bis zu 15 Watt laden.

Und wie sieht es mit der Akkulaufzeit aus? Wie lange hält das Galaxy S20 Ultra mit einer Akkuladung aus? Nun, wie ich schon weiter oben erwähnt habe, fällt sie leider nicht ganz so gut aus wie beim Modell mit dem Qualcomm Snapdragon 865. Man kommt in der Regel durch den Tag durch, aber vielmehr nicht.

Auffällig: Teilweise fiel bei mir der Akkustand ziemlich rapide ab, so dass ich bereits am Mittag nur noch um die 50 Prozent Restakku hatte. In dieser Zeit habe ich mein Smartphone vorwiegend fürs Surfen, Mailen, “Netflixen” und Musik hören verwendet. Die Display-On-Time betrug knapp 4 Stunden.

Ich muss eingestehen, dass ich von einem 5000 mAh Akku etwas mehr erhofft hätte. So gesehen geht die Laufzeit gerade noch in Ordnung, mehr aber auch nicht. Andere Smartphones haben bei mir deutlich bessere Resultate erreicht – beispielsweise das Vorjahres-Flaggschiff Huawei P30 Pro.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Samsung Galaxy S20 Ultra: Das ist mir sonst noch aufgefallen

  • Fingerabdrucksensor im Display: Samsung setzt auf einen Ultraschall-Sensor, der leider weiterhin ziemlich langsam und nicht ganz so akkurat arbeitet.
  • Stereo-Lautsprecher: Die Stereo-Lautsprecher (Oben und unten) sorgen für einen kräftigen und klaren Sound.
  • Telefonieren: Die Sprachqualität kann im Test überzeugen, sowohl bei guter als auch schlechter Empfangsleistung.

Samsung Galaxy S20 Ultra

Samsung Galaxy S20 Ultra: Die Stärken und Schwächen auf einen Blick

Stärken

  • hochwertige Verarbeitung
  • hervorragendes Display
  • sehr gute Performance
  • sehr gute Kamera (mit Ausnahmen, s. Schwächen)
  • Samsung One UI 2.1
  • 5G-Standard und Wi-Fi 6
  • IP68-Zertifizierung

Schwächen

  • Schwer und Gross
  • Space Zoom und 8K nur Marketing
  • 120 Hz nicht mit QHD+-Auflösung nutzbar
  • Akku ist so lala (1 Tag +/-)

Samsung Galaxy S20 Ultra

Samsung Galaxy S20 Ultra: Das Fazit

Das Display? Eine Augenweide! Ja, da bleibt dir zunächst mal die Spucke weg. Es ist ausgezeichnet – Punkt. Die Verarbeitung? Spitzenklasse. Die Kamera? Bis auf die Punkte weiter unten, in allen Situationen (Tag und Nacht) sehr gut. Auch bei der Oberfläche hat Samsung in den letzten Jahren alles richtig gemacht. One UI 2.1 ist neben Stock-Android mein Favorit – und das heisst definitiv was.

Doch nicht in allen Disziplinen glänzt das neue Vorzeige-Smartphone von Samsung. Der Space Zoom 100x ist reines Marketing-Geschwafel und bietet keinen nennenswerten Vorteil. Das gleiche gilt für die 8K-Videoaufnahmen. Kaum einer wird ein 8K-fähiges Abspielgerät bei sich herumstehen haben und wenn doch, dann sind die Aufnahmen leider auf 24 Bilder pro Sekunde beschränkt. Der Akku ist so lala – mit Snapdragon 865 würden die Laufzeiten zweifelsohne besser ausfallen.

Das Datenblatt vom Samsung Galaxy S20 Ultra ist ohne Zweifel gespickt mit Superlativen und wird einem Flaggschiff-Smartphone absolut gerecht. Kaum ein anderes Smartphone bietet all die Funktionen, die der südkoreanische Hersteller in das neue Topmodell packt. Das hat allerdings seinen Preis und das ist zugleich auch das Killer-Kriterium gegen das Galaxy S20 Ultra.

Kurz: Wer sich für das Galaxy S20 Ultra entscheidet und sich nicht von der Grösse abschrecken lässt, findet darin eines der besten, wenn nicht sogar das derzeit beste Gesamtpaket.

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Bruno Rivas

Ist schon seit dem T-Mobile G1 (Import) mit Android unterwegs und nach wie vor begeistert davon! Du findest mich auch auf Facebook und Twitter

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