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Samsung Galaxy Note20 Ultra im Test

Seit wenigen Tagen verkauft der südkoreanische Hersteller Samsung die Galaxy Note20-Serie in der Schweiz. Diesmal besteht sie aus dem normalen und leider etwas (zu) stark abgespeckten Galaxy Note20 und dem Spitzenmodell Galaxy Note20 Ultra. Letzteres durfte ich während knapp zwei Wochen unter die Lupe nehmen.

Das Samsung Galaxy Note20 5G ist für CHF 1029.- (UVP) in den Farben Mystic Bronze, Mystic Gray und Mystic Green erhältlich. Das Galaxy Note20 Ultra 5G wird für CHF 1279.- (UVP) in den Farben Mystic Bronze und Mystic Black verkauft. Immerhin: Für Vorbesteller des Ultra-Modells gab es die Galaxy Buds Live im Wert von knapp 200 Franken gratis dazu.

Das Alleinstellungsmerkmal der Galaxy Note20-Reihe ist natürlich wieder mit von der Partie. Die Rede ist vom S Pen. Dieser wurde im Ultra-Modell nochmals verbessert und mit neuen Funktionen ausgestattet. Abgesehen davon, bietet das Galaxy Note20 Ultra so ziemlich alles, was momentan technisch möglich ist. Das darf bei einem solch hohen Preis  auch erwartet werden.

Am Schluss des Testberichts findest du eine feine Gegenüberstellung der “Stärken” und “Schwächen” des Samsung Galaxy Note20 Ultra – sofern du keine Lust hast dich durch die vielen Wörter zu kämpfen.

Samsung Galaxy Note20 Ultra Das steht auf dem Datenblatt

  • Chipsatz: Exynos 990 Octa Core, bis zu 2,73 GHz
  • Display: 6.9″ Edge Dynamic AMOLED 2X WQHD+ (3088 × 1440) | 19.3:9 | Dynamic 120 Hz | 496 ppi
  • Speicher: 12 GB LPDDR5 RAM | 256 oder 512 GB (UFS 3.1) erweiterbar bis zu 1 TB
  • Kamera:
    • Hauptsensor: 108 MP | f/1,8 | 79° | 1/1,33″ | 0,8 µm | OIS | PD
    • Ultra-Weitwinkelsensor: 12 MP | f/2,2 | 120° | 1/2,55″ | 1,4 µm
    • Zoom/Periskop: 12 MP | f/3,0 | 20° | 1/3,6″ | 1 µm | OIS | 5 × optisch
  • Front: 10 MP | f/2,2 | 80° | 1 µm | 1,22 µm | AF
  • Akku: 4’500 mAh
  • Betriebssystem: Android 10 mit One UI 2.5
  • Grösse: 164,8 × 77,2 × 8,1 mm
  • Gewicht: 213 Gramm
  • Netzwerk:  5G / LTE Cat. 20 / 3G / 2G
  • Konnektivität: 802.11 a/b/g/n/ac 2,4 + 5 GHz, VHT80 / Bluetooth 5.1 / NFC / USB Typ-C
  • Biometrische Daten: Ultraschall-Fingerabdrucksensor im Display, Face Unlock
  • Farben: Mystic Bronze und Mystic Black
  • Besonderheiten: Stereo-Lautsprecher, IP68-Zertifizierung, S Pen

Tolles Design gepaart mit hochwertiger Verarbeitung

Fans von kompakten Smartphones werden am Galaxy Note20 Ultra keinen Gefallen finden – im Gegenteil. Das neue Flaggschiff-Smartphone aus dem Hause Samsung fällt richtig gross aus. Das verwundert bei einer Displaydiagonale von 6,9 Zoll nicht wirklich. Noch vor nicht allzu langer Zeit trafen wir diese Grösse noch bei Tablets an.

Okay, ganz so gross wie ein damaliges Tablet ist das Galaxy Note20 Ultra dann doch nicht grad. Zu verdanken ist das dem etwas anderen Bildschirm-Seitenverhältnis und dem mehr oder weniger rahmenlosen Design. Auf die Waage bringt das Galaxy Note20 Ultra satte 213 Gramm. Leicht ist es damit nicht und wie beim Galaxy S20 Ultra, ist das Gewicht ungleichmässig verteilt. Will heissen, hauptsächlich ist das Gewicht kopflastig bzw. beim Kamera-Modul zu suchen. Dadurch tendiert das Gerät nach vorne zu kippen.

Apropos Kamera-Modul: Die Kamerasensoren ragen gut sicht- und spürbar (für meinen Geschmack etwas (zu) scharfkantig) um ein paar Millimeter aus dem Gehäuse heraus. Dadurch liegt es nicht plan auf der Oberfläche auf. Dieser Umstand lässt sich mit einer passenden Schutzhülle zumindest etwas korrigieren. Im Gegensatz zum Galaxy S20 Ultra ist das Galaxy Note20 Ultra insgesamt “kantiger ” gestaltet.

Dank der seitlich gekrümmten Längsseiten auf der Rückseite liegt es trotz hohem Gewicht und der Grösse durchaus gut in der Hand. Als Handschmeichler würde ich das Galaxy Note20 Ultra aber nicht bezeichnen. Grund dafür ist der kantige Übergang der Unterseite zur Rückseite hin. Bei längerer Nutzung kann das schon mal als unangenehm wahrgenommen werden.

Die Rückseite ist im Gegensatz zum normalen Galaxy Note20 aus hochwertigem Aluminium gefertigt, welches durch Corning Gorilla Glas Victus geschützt wird. Samsung hat mir das Testmodell in der Farbvariante “Mystic Bronze” überlassen. Und ja, die macht optisch definitiv etwas her. Je nach Lichteinfall ändert sich die Farbe von Kupfer, mehr zu Roségold oder gar Rosa hin. Samsung setzt auf ein mattes “Finish” der Rückseite, somit sind Fingerabdrücke kaum mehr zu erkennen. Etwas rutschig ist sie aber auch so.

Die Vorderseite nimmt das herausragende 6,9 Zoll Display in Beschlag. Das resultiert in einer Screen-to-Body-Ratio von nahezu 92 Prozent. Die Selfie-Kamera mit 10 Megapixeln befindet sich mittig in der sogenannten Punch-Hole. Oben und unten ist nur noch ein dünner schwarzer Rand zu sehen. Die Längsseiten sind sehr leicht abgerundet. Erfreulich: Geschützt wird das Display ab Werk mit einer passgenauen Schutzfolie. Das komplette Gehäuse bietet dank IP68-Zertifizierung einen guten Schutz gegen Wasser und Staub.

Der Rahmen ist aus Metall gefertigt und hebt sich durch ein glänzendes Finish gekonnt hervor. An der Unterseite ist der Eingabestift S Pen verstaut, der wie üblich bei der Galaxy Note-Reihe direkt im Gehäuse untergebracht werden kann. Der Eingabestift lässt sich bequem aus dem Gehäuse entnehmen und dort auch wieder verstauen.

Neben dem S Pen, finden wir auf der Unterseite einen Lautsprecher, den USB-C-Anschluss und ein Mikrofon vor. Auf der rechten Seite gibt es die Lautstärke-Wippe und der Power-Button. Beide physische Tasten weisen einen angenehmen Druckpunkt auf. Der SIM-Schacht befindet sich am Kopf des Smartphones und nimmt wahlweise zwei nanoSIM- oder eine nanoSIM + microSD auf.

Die Verarbeitung ist tadellos und überzeugt auf ganzer Linie. Alles sitzt bombenfest und auch die Spaltmasse sind absolut gleichmässig. Übrigens: Ja, am Gerät klappert im Inneren etwas. Das ist nicht ein Problem oder Fehlers eures Smartphones, sondern kommt wohl vom optischen Bildstabilisator der Kamera.

Tolles Display, mit einem Makel

Ja, es ist eine Augenweide, das 6,9 Zoll Edge Dynamic AMOLED 2X mit einer Auflösung von 3088 x 1440 Pixel (WQHD+, 496 ppi) und einer Bildwiederholrate von 120 Hz. Die hohe Bildwiederholrate sorgt für eine flüssige und butterweiche Bedienung. Die Sache mit der Bildwiederholrate hat jedoch einen kleinen Haken: Der Nutzer kann nicht selber entscheiden, wann 120 Hz ausgegeben werden.

Tatsächlich kann in den Einstellungen nur zwischen 60 Hz und dem “Adaptiv”-Modus ausgewählt werden. Bedeutet: Das Smartphone entscheidet je nach Inhalt und Akkustand, wann wir 120 Hz zu sehen bekommen und wann nur 10, 30, 60 oder 120 Hz. Theoretisch keine schlechte Idee, zumal man nicht andauernd 120 Hz benötigt und somit ziemlich an Akkuleistung sparen kann. Andererseits hätte ich mir schon gewünscht, wenn ich als Nutzer selbstständig entscheiden dürfte.

Was schon beim Galaxy S20 für Diskussionen sorgte, ändert sich auch beim Galaxy Note20 Ultra nicht: Die höhere Bildwiederholrate gibt es nicht zusammen mit der hohen Auflösung WQHD+. Man wird also vor die Wahl gestellt. Auch wenn hier bestimmt die Akkulaufzeit eine Rolle spielt, sollte bei einem solch teuren Smartphones beides möglich sein. Andere Hersteller können das schliesslich auch, gell Samsung.

Ich persönlich habe das Galaxy Note20 Ultra während meiner Testzeit mit 120 Hz und FHD+-Auflösung genutzt. Mir war die schnellere Bildwiederholrate wichtiger, als die meiner Meinung kaum sichtbar höhere Auflösung. Wenn man sich an die hohe Bildwiederholrate gewohnt ist, möchte man definitiv nicht mehr zu 60 Hz zurückkehren – glaubt mir.

Ansonsten überzeugt das AMOLED-Display mit starken Kontrasten, nahezu perfekter Blickwinkelstabilität und intensiven Farben. Die Helligkeit ist, wie von Samsung gewohnt, auf einem sehr hohen Niveau und lässt das Samsung-Smartphone problemlos im Freien und gar mit direkter Sonneneinstrahlung nutzen.

Noch ein paar Worte zum Schutzglas. Samsung verwendet erstmals das neue Corning Gorilla Glass Victus, welches als Nachfolger von Gorilla Glass 6 gilt. Gegenüber dem Vorgänger soll Victus noch widerstandsfähiger gegen Kratzer und Stürze sein. Angeblich überlebt das Glas sogar einen Sturz aus 2 Metern – das habe ich natürlich nicht getestet. Was das Glas aushält, haben andere ausführlich getestet. So viel sei schon mal verraten, ja Victus ist tatsächlich ziemlich widerstandsfähig.

Samsung Galaxy Note20 Ultra

Samsung verbessert Kamera gezielt und verzichtet auf Space Zoom

Das Samsung Galaxy Note20 Ultra hat ein sehr ähnliches Kamera-Setup wie das Galaxy S20 Ultra verbaut. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied. Beim Galaxy Note20 Ultra gibt es jetzt neu einen Laser-Autofokus statt dem PDAF-Autofokus (Phasenerkennung). Letzterer sorgte beim fokussieren im Galaxy S20 Ultra nicht wirklich für Begeisterung.

Der Hauptsensor mit optischer Bildstabilisierung (OIS) bietet eine Auflösung von 108 Megapixeln. Aufgrund der 9-in-1-Pixel-Binning-Technologie entstehen standardmässig Aufnahmen mit 12 Megapixeln. Auf Wunsch lassen sich aber natürlich auch Aufnahmen mit der vollen Auflösung machen. Das entspricht dann übrigens einer gewaltigen Auflösung von 12000 x 9000 Pixels.

Neben der 108 Megapixel-Hauptkamera, gibt es zwei 12 Megapixel-Sensoren für Weitwinkel und für den optischen Zoom (Tele), welcher mit Periskop-Technologie umgesetzt ist. Die Telelinse ist ebenfalls mit einer optischen Bildstabilisierung (OIS) ausgestattet, der Ultra-Weitwinkelsensor muss hingegen ohne “Verwacklungsschutz” auskommen.

Ein Foto bei optimalen Lichtverhältnissen.

Bei Tageslicht liefern alle drei Kamerasensoren ab. Sie liefern alle sehr schöne und detaillierte Bilder. Die Farbwiedergabe sagt mir persönlich zu und finde ist Samsung diesmal sehr gut gelungen. Auch die Telelinse mit einer optischen 5-fach Vergrösserung liefert gute bis sehr gute Aufnahmen. Ja, sogar der Hybrid-Zoom liefert bis 20-fach Zoom brauchbare Ergebnisse. Über 20-fach Zoom macht meiner Meinung nach wenig Sinn. So gesehen, gut gibt es den 100-fach Space Zoom nicht mehr.

Erfreulich ist vor allem die Verbesserung des Autofokus. Dieser funktioniert, im Gegensatz zum Galaxy S20 Ultra, jetzt endlich schnell und absolut zuverlässig. Der Wechsel auf einen Laser-Autofokus hat sich zweifelsohne gelohnt. Endlich können Objekte schnell und zuverlässig fokussiert werden. Das war beim Galaxy S20 Ultra noch eine Glückssache.

Auf Wunsch kann man Aufnahmen mit 108 Megapixeln machen. Aber Vorsicht: Diese Fotos weisen eine Grösse um die 30 MB(!) auf. Im direkten Vergleich kann ich auf dem Smartphone-Display keine nennenswerten Unterschiede zwischen einer 108 MP und 12 MP (Pixel-Binning) Aufnahme feststellen. Das ändert sich, wenn man sich die Aufnahmen auf einem grossen Bildschirm oder gar TV anschaut. Die 108 MP-Aufnahmen weisen wenig überraschend mehr Details auf. Allerdings sind die hochauflösenden Aufnahmen nur bei guten Lichtverhältnissen zu gebrauchen.

Damit wären wir schon beim nächsten Thema. Wie gut verhält sich die Kamera bei schwierigen Lichtverhältnissen, beispielsweise in der Nacht? Gar nicht schlecht, muss ich sagen. Allerdings wird der Nachtmodus für gute Aufnahmen vorausgesetzt. Ohne Nachtmodus sind viele Aufnahmen schlichtweg zu dunkel und oftmals ( zu) wenig scharf.

Der Nachtmodus schafft Abhilfe und sorgt für hellere und gleichzeitig schärfere Aufnahmen. Rauschen wird durch die Software meistens gezielt unterdrückt. Hin und wieder schlichen sich jedoch Aufnahmen ein, die irgendwie so gar nicht überzeugen konnten. Ich tippe hier eher auf ein Software-Problem, welches sicherlich noch behoben wird. In puncto Nachtmodus hat Huawei meiner Meinung nach die Nase noch vorn.

Der Video Pro Modus erlaubt viele Anpassungen, darunter die Quelle des Mikrofons.

Videos können mit bis zu 8K-Auflösung aufgenommen werden. Die 8K-Videos sehen vermutlich ganz gut auf einem TV aus, sofern man einen mit 8K-Unterstützung hat. Und genau das hat momentan wohl praktisch niemand zuhause herumstehen. Da ich keinen 8K-Videos habe, kann ich nicht wirklich etwas über deren Qualität berichten.

Dafür kann ich euch etwas über den neuen Pro Video Modus erzählen. Damit lassen sich viele Dinge für Videos anpassen, beispielsweise die Framerate oder sogar die einzelnen Mikrofone. Ja, man kann Auswählen, ob beispielsweise nur das Mikrofon an der Vorderseite den Ton aufnehmen soll. Neu lassen sich zudem Filme mit bis zu 120 fps in Echtzeit aufnehmen. Tolle Neuerungen also für alle Video-Frans unter uns.

Die Frontkamera mit 10 Megapixeln sorgt bei guten Lichtverhältnissen für schöne Selfies. Schwächen zeigt der Sensor ebenfalls bei wenig Licht – ein Problem, das im Grunde genommen bei mehr oder weniger allen Selfie-Kameras zu beobachten ist.

Ein paar Beispielfotos sind in dieser Galerie bei Google Fotos zu finden.

Wieder “nur” Exynos 990 in Europa

Damit ich das schon mal beantwortet habe: Ja, auch im Galaxy Note20 Ultra steckt wieder “nur” ein Exynos-SoC. Trotz weltweiter Kritik samt Online-Petition wird Europa wieder mit dem schwächeren Exynos 990-SoC versorgt, während unter anderem in den USA der deutlich bessere und energieeffizientere Qualcomm Snapdragon 865+ verbaut ist. Schade.

Zu den technischen Facts: Der Exynos 990-Octa-Core-SoC verfügt über eine Taktrate von bis zu 2,73 GHz und ihm steht die Mali-G77 MP11 GPU (Grafikeinheit) zur Seite. In der Schweiz wird das Galaxy Note20 Ultra mit 12 GB RAM (LPDDRX5) und 256 GB Speicher (UFS 3.1) verkauft. In anderen Regionen, darunter Deutschland, gibt es das Note auch mit 512 GB (UFS 3.1).

Auch wenn der Exynos 990 gegenüber dem Snapdragon 865 das Nachsehen hat, verfügt das Galaxy Note20 Ultra in Kombination mit dem schnellen Arbeitsspeicher (RAM) und internen Speicherplatz mehr als genügend Leistung. Apps starten unverzüglich und absolut ohne Verzögerungen. Games, ja auch grafikintensive, stellen das Galaxy Note20 Ultra vor keine Probleme und sind dank 120 Hz Display absolut flüssig.

Das Galaxy Note20 Ultra unterstützt den 5G-Standard und LTE Cat. 20. Bedeutet: Theoretisch sind bis zu 2 Gbit/s im Down- bzw. 150 Mbit/s über das 4G-Netz möglich. Bei der Empfangsleistung konnte ich keine nennenswerte Nachteile zu anderen Smartphones feststellen. Kurz: Die Empfangsleistung war auf einem tadellosen Niveau.

Weiterhin ist Wi-Fi 6, Bluetooth 5.0, NFC, USB C 3.1 und eSIM-Support mit an Bord. Was die Konnektivität anbelangt, ist man mit dem Galaxy Note20 Ultra also bestens bedient.

S Pen ermöglicht verzögerungsfreies Schreiben

Der Eingabestift S Pen ist das Alleinstellungsmerkmal der Galaxy Note-Reihe. In den letzten Jahren hat ihn Samsung stets weiterentwickelt und mit neuen Funktionen ausgerüstet. Auch in diesem Jahr trumpft der S Pen wieder mit diversen Verbesserungen und Optimierungen auf. Dazu zählt auch die Latenzzeit des Eingabestifts, welche von 42 auf 9 Millisekunden verkürzt werden konnte. Dadurch soll sich das Schreiben wie mit einem echten Stift verhalten. In der Praxis ist die verkürze Latenzzeit ehrlich gesagt nicht wirklich wahrnehmbar.

Samsung schreibt zu den weiteren Verbesserungen und Neuerungen:

Samsung Notes wird durch Verbesserungen noch hilfreicher und flexibler. So lassen sich nun etwa PDF-Dateien und Microsoft-PowerPoint-Präsentationen direkt importieren, um die Dokumente mit handgeschriebenen Anmerkungen zu versehen. Handschriftliche Vermerke können dabei direkt in Textform umgewandelt oder mit der Begradigen-Funktion gerader ausgerichtet werden. Damit in der Hektik zudem keine wichtigen Notizen mehr verloren gehen oder auf anderen kompatiblen Geräten abgerufen werden können, verfügt die App nun über eine automatische Speicher- und Synchronisationsfunktion. Bei Notizen können zusätzlich Audio-Aufnahmen hinzugefügt werden. Die Audio-Bookmark-Funktion setzt hierbei Zeitstempel, so dass diese schnell wiedergefunden werden können.

Ich hatte während den ersten 2-3 Tagen ziemlich viel Spass mit dem S-Pen und habe ihn auch relativ viel verwendet. Danach habe ich ihn aber ehrlich gesagt wieder vergessen und kaum bis gar nicht mehr genutzt. Ich denke es geht nicht nur mir so mit dem S-Pen. Es ist zweifelsohne ein über die Jahre gereiftes Stück Technik, für mich lohnt sich der Aufpreis jedoch nicht.

Software: Alles beim “Alten”

Samsung liefert das neue Flaggschiff-Smartphone ab Werk mit Android 10 und der Oberfläche One UI 2.5 aus. An dieser Stelle sei positiv zu erwähnen, dass Samsung für zahlreiche Smartphones und Tablets neu während drei Android-Generationen mit Updates versorgt. Im Falle vom Galaxy Note20 Ultra bedeutet das, dass Android 11, Android 12 und sogar Android 13 bereitgestellt wird.

Bereits mit der ersten Version hat Samsung einen tollen Job abgeliefert und eine aufgeräumte Oberfläche vorgestellt. Sie lässt sich dank der klugen Anordnung der Bedienelemente (jeweils im unteren Drittel) auch ganz gut mit dem Daumen bedienen. Dieses Bedienkonzept hat Samsung weiter verfeinert und deren Erkenntnisse in die neue Version einfliessen lassen.

Optisch hat sich bei One UI 2.5 gegenüber One UI 2.1 nichts getan – alles sieht noch so aus wie zuvor und ist auch an der gleichen Stelle zu finden. Ganz ohne Neuerungen kommt das Galaxy Note20 Ultra jedoch nicht aus. Erwähnenswert ist unter anderem der Wireless DeX-Modus, womit sich beispielsweise ein Fernseher in einen Computer verwandeln lässt.

Ja, alles in allem hat Samsung in den letzten Jahren grosse Fortschritte bei der Oberfläche gemacht. Ich kann mich noch gut an die Zeiten von TouchWiz & Co. erinnern und glaubt mir, die waren nicht wirklich sehr berauschend. Damals installierte ich mir immer einen alternativen Launcher – dieses Bedürfnis habe ich mit One UI definitiv nicht mehr. Das spricht für Samsung.

Akku hält einen Tag durch

Das Samsung Galaxy Note20 Ultra ist mit einem 4500 mAh Akku bestückt. Im Vergleich zum Vorgängermodell Galaxy Note10+ sind das immerhin 300 mAh mehr Kapazität. Andererseits ist die Kapazität etwas enttäuschend, denn das Galaxy S20 Ultra hat einen mit 5000 mAh deutlich grösseren Akku erhalten. Warum weniger Akku? Nun, dafür ist der S Pen verantwortlich, der im Gehäuse auch etwas Platz einnimmt.

Und wie sieht es mit der Akkulaufzeit aus? Nun, ich sag es mal so: Sie lässt mich nicht wirklich vom Hocker fallen. Sie reicht in der Regel für einen Tag aus, viel mehr ist bei einer “normalen” Nutzung nicht wirklich drin. Was man so aus den USA hört, liefert die Snapdragon 865-Variante in diesem Bezug deutlich bessere Ergebnisse.

Der 4500 mAh Akku lässt sich mit maximal 25 Watt aufladen, was wiederum einen Rückschritt darstellt. Das Galaxy S20 Ultra bietet 45 Watt und ist damit deutlich schneller. Immerhin lässt sich das Galaxy Note20 Ultra ohne Kabel via Qi mit bis zu 15 Watt aufladen. In der Praxis dauert eine komplette Ladung via Kabel knapp eine Stunde, via Wireless-Charging sind es ungefähr 1,5 Stunden.

Samsung Galaxy Note20 Ultra: Das ist mir sonst noch aufgefallen

  • Fingerabdrucksensor: Der Fingerabdrucksensor ist direkt im Display integriert. Er arbeitet deutlich schneller und zuverlässiger als noch im Galaxy S20 Ultra.
  • Stereo-Lautsprecher: Die Stereo-Lautsprecher (Oben und unten) sorgen für einen kräftigen und klaren Sound.

Samsung Galaxy Note20 Ultra: Die Stärken und Schwächen auf einen Blick

Stärken

  • sehr schöne Verarbeitung, tolle Farbvariante (Mystic Bronze)
  • ausgezeichnetes AMOLED-Display mit 120 Hz
  • starke und vielfältige Kamera, insbesondere bei guten Lichtverhältnissen
  • toller Eingabestift S Pen mit vielen Funktionen
  • zuverlässiger Fingerabdrucksensor
  • Update-Garantie während drei Android-Generationen

Schwächen

  • 120 Hz nur “Adaptiv”, WQHD+ und 120 Hz nicht zusammen nutzbar
  • Akku nur Mittelmass
  • kein Qualcomm Snapdragon 865+ für Europa
  • sehr hoher Preis

Samsung Galaxy Note20 Ultra: Das Fazit

Das Samsung Galaxy Note20 Ultra ist definitiv eines der besten und komplettesten Smartphones, welches aktuell erhältlich ist. Es bietet ein traumhaftes Display, ist ausgezeichnet verarbeitet, bietet eine tolle Kamera und ermöglicht insgesamt ein sehr flottes Arbeiten. Der S Pen ist das Ass im Ärmel und wurde in der diesjährigen Ausgabe wiederum gezielt optimiert. Ja, ich habe das Galaxy Note20 Ultra während den letzten zwei Wochen sehr gerne genutzt.

Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. Samsung setzt in Europa trotz herber Kritik wieder auf den nachweislich schwächeren Exynos 990-SoC. Günstiger wird das Gerät hierzulande deshalb aber nicht etwa angeboten. Klar, im Alltag merkt man von all dem nur bedingt etwas, ärgerlich ist es bei einem Smartphone weit über 1000 Franken aber trotzdem. Hinzu kommt die maximal mittelmässige Akkulaufzeit, die übrigens teilweise auch dem Exynos 990 verschuldet ist.

Ist das Samsung Galaxy Note20 Ultra wirklich 1279 Franken (UVP) wert? Jein. Der Exynos 990 hat einfach einen sehr faden Beigeschmack. Hinzu kommt, dass ich persönlich den S Pen nicht wirklich nutze und so sich der Aufpreis für mich nicht lohnt. Wer jedoch auf die Stifteingabe angewiesen ist, der kommt nicht um das Galaxy Note20 Ultra herum – eventuell wäre auch das Vorjahresmodell Galaxy Note10+ eine Option. Nicht empfehlen würde ich das Galaxy Note20.

So oder so, würde ich mit dem Kauf noch etwas zuwarten, schliesslich dürfte der Preis in den kommenden Wochen und Monaten noch fallen.

Bruno Rivas

Ist schon seit dem T-Mobile G1 (Import) mit Android unterwegs und nach wie vor begeistert davon! Du findest mich auch auf Facebook und Twitter

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